Evander ist seit er denken kann in einem Zimmer eingesperrt. Isolation, Hörigkeit gegenüber seinen „Wohltätern“ und die ständige Angst, nicht normal oder falsch zu sein, durchziehen jede Seite.
Seine widersprüchlichen Gefühle für Lorrie, die unterdrückte Wut, der verzweifelte Wunsch dazuzugehören war für mich schmerzhaft greifbar. Besonders diese leise, nagende Angst, anders zu sein, und der Drang, es allen recht zu machen, haben mich stark an mich selbst erinnert, bevor ich meine Autismus-Diagnose erhalten habe.
Evanders Wunsch nach Nähe kippt in Obsession. Sein Hunger wird zu etwas Unstillbarem und die Identität verschwimmt. Und über allem liegt dieser unaufhaltsame, botanische Bodyhorror, der eine beklemmende Atmosphäre schafft, wie ich sie selten gelesen habe.
Ein düsteres, charaktergetriebenes Horror-Erlebnis über Identität, Anderssein und das Bedürfnis dazuzugehören. Blutig, intensiv und verstörend schön. Für alle, die Dark Fantasy mit Tiefe und Pflanzenhorror lieben.