Am liebsten und meisten gebe ich mich ebenfalls Halluzinationen durch die Lektüre von tätowierten, toten Bäumen hin. Olfaktorik und Haptik spielen dort in mein, möglicherweise etwas materialistisches, Leseerlebnis mit hinein und ich geniesse es als Gesamtpaket so am meisten.
Dem Lesen mit einem E-Reader habe ich mich auch schon angenähert und ohne Frage bietet dieses Medium grosse Vorteile: Passt perfekt in die Knietasche, dass auch bei Zug-Ein- und ‑Ausstieg der Wechsel mit einem Griff vollzogen ist, das Gewicht ist wunderbar, die Veränderung der Schriftgrösse super und die Beleuchtung top, wenn es wie so oft später wird. Insbesondere für Fachliteratur nutze ich nach wie vor E-Books, da diese in gewissen Gebieten einfach schon veraltet sind, sobald man sie ins Regal stellt, und auch, weil sich das Verwalten von Lesezeichen super angenehm gestaltet.
Hörbücher konsumiere ich auch des Öfteren. Mit diesen begonnen habe ich bei Arbeitswegen auf dem Rad, da sich dort Lesen eher als ungünstig erwiesen hätte. Auch beim gemütlichen Flanieren durch die Welt kann ein Hörbuch ein toller Begleiter sein. Betreffend die Frage, ob man die so erfahrenen Bücher ebenfalls in ein Buch-Journal notiert oder diese generell als “gelesene” Bücher betrachtet, hatte ich erst kürzlich eine Diskussion und ein paar Gedanken dazu im Nachhinein; mein erstes Argument war, dass es halt eben nicht “Lesen” ist, da Lesen ja etwas Visuelles sei. Schon bald musste ich mich da selbst widerlegen, denn wer bin ich, sehbeeinträchtigten Personen, welche über Braille ihre Bücher «lesen», eben genau dies in Abrede stellen zu wollen? Dennoch gibt es für mich einen Unterschied, da man den Text durch einen Proxy, den oder die Sprecherin erfährt. Dadurch verschwindet, für mich, zumindest eine Abstraktionsschicht, da der Text bereits in gewissem Masse interpretiert wird: Wie klingen die Personen? In welcher Tonlage wird bei der direkten Rede gesprochen? Quasi genau das, was auch @Igela bereits erwähnt hat. Es gibt grandiose Sprecher und ich weiss die Kunst sehr zu schätzen, aber es ist für mich schlussendlich doch etwas anderes, als selbst zu lesen.