Consomnio ist eines dieser Bücher, bei denen man sehr schnell merkt: Das wird kein leichter Ritt, aber ein verdammt intensiver. Ich habe es auf der Frankfurter Buchmesse entdeckt und gemeinsam mit Nouks im Buddy Read gelesen. Schon das Cover und die düstere Grundidee haben uns sofort gepackt. Was wir dann bekommen haben, war weit mehr als nur eine romantisch-düstere Fantasygeschichte.
Im Zentrum steht Elisa, deren Leben sich mit einem einzigen Vorstellungsgespräch unwiderruflich verändert. Ohne es zu ahnen, gerät sie an die Schwelle einer Welt, in der Träume keine Zuflucht sind, sondern tödlich sein können. Das Consomnio ist kein Ort, der erklärt oder geschont wird. Es ist eine Realität, die überfordert, verunsichert und bewusst an Grenzen geht. Genau das macht die Geschichte so beklemmend und gleichzeitig so faszinierend.
Cassian ist dabei keine klassische Lichtgestalt. Er trägt Dunkelheit in sich, Schuld, Kontrolle, innere Zerrissenheit und genau das spiegelt sich auch in der Dynamik zwischen ihm und Elisa wider. Ihre Beziehung ist komplex, spannungsgeladen und alles andere als einfach. Vertrauen fühlt sich hier nie sicher an, Nähe ist oft mit Angst verknüpft. Dieses permanente Gefühl, dass etwas nicht stimmt, zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte.
Was ich besonders stark fand, ist der mutige Umgang mit schweren Themen. Consomnio romantisiert nichts. Machtgefälle, psychische Gewalt, Manipulation und innere Traumata sind spürbar präsent und werden ernst genommen. Das Buch verlangt Aufmerksamkeit und emotionale Bereitschaft. Es ist definitiv keine Wohlfühllektüre. Für manche Leser:innen kann genau das herausfordernd sein, aber gerade diese Konsequenz macht die Geschichte so eindringlich.
Die Charaktere sind ein absolutes Highlight. Sie sind roh, verletzlich, widersprüchlich und unglaublich menschlich. Niemand ist einfach nur gut oder böse, richtig oder falsch. Man versteht Entscheidungen, auch wenn sie schmerzen oder wütend machen. Dazu kommt ein atmosphärisch dichter Schreibstil, der ruhig, intensiv und stellenweise fast beklemmend ist. Perfekt für diese Welt zwischen Traum und Albtraum.
Und dann dieses Ende. Ein Cliffhanger, der nicht nur neugierig macht, sondern emotional trifft. Einer von der Sorte, bei dem man das Buch schließt und erst einmal durchatmen muss.
Fazit:
Consomnio ist dunkel, intensiv, unbequem und genau deshalb ein Highlight. Eine düster-romantische Fantasy, die unter die Haut geht, starke Themen aufgreift und lange nachhallt. Für Leser:innen, die Tiefe, psychologische Spannung und moralische Grauzonen lieben. 5 Sterne, ohne Abzüge. Ein Must-read, aber nichts für schwache Nerven.