Das Buch ist eine Freude zu lesen. Eines meiner absoluten Lieblingsbücher.
Juliet sowie die anderen Figuren wurden klar erarbeitet, und es macht Spass, sie alle kennenzulernen. Es sind alles sehr unterschiedliche und meist herzensgute Menschen, welche im Krieg viel Leid erfahren haben. Aus der Not hatten sie eines Abends einen Buchclub gegründet, zu dem Juliet irgendwann dazustösst.
So einige Mitglieder des Buchclubs - wahrscheinlich die meisten - hätten nie ein Buch aufgeschlagen, wenn sie nicht durch Zufall im Buchclub gelandet wären. Wenn, dann hätten sie die Bücher verwendet, um sich zu wärmen - denn auf Guernsey, wo die lieben Leute beheimatet sind, ging mit der Zeit das Feuerholz aus.
Deine Juliet ist so ein liebenswertes, herzerwärmendes Buch, mit einer gewissen Würze. Das Grauen des Krieges wurde keineswegs beschönigt. Aber was das Buch in vielen Weisen zeigt, ist Trost in den verschiedensten Versionen: in den gemeinsamen (schönen und schweren) Erinnerungen, im Gedenken der Verstorbenen, in neuen Begegnungen, im Schreiben sowie im Aufbauen einer Zukunft. Es ist ein Briefroman, und durch diese Briefe schaffen es die Autorinnen, vielschichtig vom Krieg, dem vielen Leid und auch vielen kleinen Glücksmomenten in den dunklen Stunden zu erzählen. Dass man dabei einiges Historisches über Guernsey im zweiten Weltkrieg lernt, rundet das literarische Highlight ab. Die Briefe sind unterhaltsam und teilweise sogar lustig geschrieben.
Es ist ein Buch für Buchliebhaber/innen. Denn die Bücher sind das, was die Leute zusammengebracht hat. Und doch ist es so viel mehr als das. Es ist ein Buch über Mut. Über Gerechtigkeit. Über Menschlichkeit. Auch über Unmenschlichkeit. Über Trauma. Über Neuanfänge.