Die Fantasy-Reihe des koreanischen Autors Young-do Lee wird als pendent zu “The Witcher” oder “Der Herr der Ringe” bezeichnet. Natürlich musste ich den ersten Teil unbedingt lesen! Was gibt es wirklich für Parallelen?
Eines vorneweg, die Figuren entstammen der koreanischen Mythologie und sind mit nichts zu vergleichen, was wir in der westlichen Welt aus der fantastischen Literatur kennen. Da gibt es Lekons (riesengrosse Krieger mit Hahnenköpfen), Dokebis (Feuerwesen, die gerne Scherze treiben), Nagas (Echsenwesen, die “telepathisch” miteinander kommunizieren (nirmen)) und auch Menschen. In diesem ersten Teil der Reihe müssen sich je ein Wesen dieser vier Völker zusammentun und eine alte Prophezeiung erfüllen, um das Ende der Welt abzuwenden.
Zu Beginn brauchte ich einen Moment, um in die Geschichte einzutauchen, da ich die Welt und ihre Figuren mit nichts in Verbindung bringen konnte, dass ich bereits kannte. Nach den ersten paar Seiten war ich dann voll drin. Das Glossar und die Beschreibung der vier Völker am Ende des Buches haben mir zusätzlich geholfen (das Glossar kann gut gleich am Anfang gelesen werden). Das Buch hat mich vor allem wegen seines schön gestalteten Covers angesprochen, und weil ich noch nie einen Fantasyroman aus Südkorea gelesen habe. Den “Herr der Ringe”-Vergleich finde ich nur in der Hinsicht korrekt, da sich eine Gruppe auf eine Reise begibt, um die Welt vor dem Untergang zu retten. Ansonsten hat die Geschichte ihren eigenen Charme. Stellenweise hat es mich mehr an einen Terry Pratchett Roman erinnert, vor allem als so kuriose Gestalten wie die Duokxinis auftauchten, oder die Gefährten jenseits des Dschungels von Kiboren auf immer mehr Spinner mit dem Königssyndrom treffen.
Ich bin schon sehr gespannt, wie die Geschichte weiter geht! Die nachfolgenden Bände sind: “Der träumende Krieger – Die Legende vom Tränenvogel 2”, “Der Feuergeist – Die Legende vom Tränenvogel 3” und “Die Suche nach dem König – Die Legende vom Tränenvogel 4”.