New York, 1965: Frances strandet Mitte zwanzig völlig mittellos in New York. Ursprünglich aus der irischen Provinz stammend, ist sie Grossstädte nicht gewohnt. Sie hat kein Geld, um nach Irland zurückzufliegen. Was nun? Zum Glück lernt sie Joe kennen, der als Chauffeur arbeitet, um sein Künstlerleben finanzieren zu können. Sie werden ein Paar und richten sich ihr Leben ein: Frances wird nun Frankie genannt und arbeitet in einem französischen Restaurant, das durch sie zum angesagtesten Lokal des Viertels wird. Joe wartet immer noch auf seinen Durchbruch als Künstler…
Erster Eindruck: Die Gestaltung des Schutzumschlages gefällt mir gut (auch wenn ich kein Fan von Schutzumschlägen bin).
Das Buch wird auf verschiedenen Zeitebenen erzählt, einerseits in der Gegenwart, andererseits ab 1950. Der Wechsel der verschiedenen Zeiten ist jeweils gut angegeben.
Gegenwart: Frankie hat sich den Fuss verknackst und benötigt Pflege. Damian, der junge Pfleger, hat mich begeistert: Es freut mich, dass er seinen Job gerne macht, auch wenn andere meinen, er müsste etwas anderes machen bzw. studieren. Was kann man sich mehr wünschen, als dass einem die eigene Arbeit gefällt? Ich wüsste nicht was. Frankie erzählt aus ihrem Leben; Damian ist ein angenehmer Gesprächspartner.
Vergangenheit: Frances verliert sehr jung ihre Eltern – eine Tragödie! Und leider findet sie kein liebevolles Zuhause bei ihrer Tante und deren Mann, einem Pastor. Sie erfüllten ihre christliche Pflicht, sie zu sich zu nehmen, aber Liebe? Nein, das war nicht vorgesehen. Traurig. Später verheiratet der Onkel die damals 18-jährige Frances. Aus Liebe? Nein, aus Sicht des Onkels eine gute Partie, das musste reichen. Es waren definitiv andere Zeiten. Aber diese arrangierte Ehe empörte mich trotzdem. Wie einleitend schon erwähnt ist, landet Frances später in New York. Leider kann ich hier nicht erzählen, unter welchen Umständen, da ich nicht spoilern will.
Kunstszene, Gastronomie, Freundschaft, Liebe, Homosexualität – dies sind nur einige der behandelten Stichworte. Für mich war es das erste Buch des Autors, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Das Buch war im Nu ausgelesen. Da die Geschichte über viele Jahre erzählt wurde, passierte auch entsprechend viel. Es war intensiv, emotional; ich fühlte mich ausgezeichnet unterhalten. Sehr schön war die jahrelange Freundschaft von Frankie und Nor. Wohlverdiente 5 Sterne!