Der Debütroman von Daniel Donskoy enttäuscht. Das Konzept mit der anfänglich chronologischen Abfolge von Lebensgeschichten an verschiedenen Schauplätzen (aus der Biographie des Autors) hätte Potential für eine spannende Handlung. Die ersten Kapitel, respektive “Stories” sind aber von ganz unterschiedlicher Qualität. Sie zeichnen ein Bild von einem jungen Mann auf der Suche. Mehrmals enden die Geschichten in skurrilen Situationen oder im Exzess und lassen einen als Leser oft ratlos zurück. Ein roter Faden sind die Briefe des Protagonisten D. an seinen Jugendfreund Tyler. Die erhoffte Verdichtung der Geschichten bleibt aber leider aus. Zwischendurch liest sich der Roman flüssig und amüsant, bevor ein überlanges Kapitel die Gruppendynamik junger Personen auf einem kalabresischen Landgut beschreibt und den Leser zunehmend den Kontext zum Roman hinterfragen lassen. Ich vermisste ein raffinierte Erzähllinie oder ein spannendes Puzzlespiel, um zunehmend mehr über den Protagonisten D. zu erfahren.
Was nach der Lektüre rückblickend hängen bleibt, sind Episoden aus einer Biografie, welche sich weder zu einem Gesamtbild noch zur einer spannenden Story zusammenfügen. Bezüglich Dramaturgie und Erzähltechnik hätte der (wenn auch noch junge) Lebenslauf von Daniel Donskoy eigentlich mehr literarisches Potential gehabt. Leider aber sehr enttäuschend erzählt.