Onigiri [japanisch] = gefüllte Reissbällchen
In “Onigiri” wird die bewegende Geschichte einer Familie zwischen den Kulturen erzählt. Aki ist in Deutschland geboren, ihre Mutter stammt aus Japan und ihr Vater aus Deutschland. Als sie erfährt, dass ihre japanische Grossmutter gestorben ist, möchte sie ein letztes Mal mit ihrer demenzkranken Mutter nach Japan fliegen.
Der Roman ist in viele Zeitsprünge zwischen der Reise von Aki und ihrer Mutter nach Japan und Akis Kinder- und Jugendjahren aufgeteilt. Aki erzählt über die Besuche bei den deutschen Grosseltern im schönen Herrenhaus, den Wochenenden beim Vater in spärlich eingerichteten Wohnungen (ihre Eltern sind geschieden) und dem Alltag mit der Mutter und ihrem älteren Bruder. Authentisch wird beschrieben, wie Aki dem Vater die Schuld an der schwierigen Familiensituation gibt, und wie sie sich wünscht, ihre Mutter wäre selbstständiger. Schliesslich kam sie als junge Frau allein von Japan nach Deutschland!
Mich hat die Geschichte sehr berührt. Aki erzählt glaubwürdig von den verzwickten Dynamiken in ihrer Familie und ihren Gefühlen gegenüber den einzelnen Familienmitgliedern. Wer sich für Familiengeschichten interessiert, oder selbst am liebsten auswandern möchte, wird viel Freude an diesem Buch haben.