Mittlerweile sind es fünf Jahre, als Megan ihren Bräutigam Isaac vor dem Altar stehen liess. Seither meidet sie ihr Heimatdorf, denn zu gross ist die Wahrscheinlichkeit, ihm über den Weg zu laufen, oder jemandem, der nur zu gut über ihre Flucht im Hochzeitskleid Bescheid weiss. Dieses Jahr muss sie jedoch nach Hause fahren – sie hat es ihrer Mutter versprochen. Als sie in Dublin zufällig in Christian hineinläuft, der seinerzeit ihre Flucht ebenfalls mitbekommen hatte, schmieden sie einen Plan: Da sie beide Singles sind, die üblicherweise verkuppelt oder bemitleidet werden, werden sie als glückliches Paar auftreten. Problem gelöst, oder? Eher Problem geschaffen…
Erster Eindruck: Ein sehr schönes, winterliches Cover, das von den Farben her auffällig ist – gefällt mir sehr gut.
Ah, Megan ist also die „Braut, die sich nicht traut“ (oder wie hiess der Film mit Julia Roberts?)! Was muss in ihr vorgegangen sein, dass sie einfach verschwindet und ihren Bräutigam sowie die ganze Hochzeitsgesellschaft ohne Erklärung stehen lässt? Der wahre Grund bleibt lange unklar. Aber jedermann in ihrem Heimatdorf kennt natürlich diesen „Fall“, über den man sich bestens eine Meinung gebildet hat. Doch auch sie kennen die Wahrheit nicht.
Witzig fand ich, dass Megan bei jeder sich bietenden Gelegenheit strickt – es hilft ihr, Stress abzubauen. Sie strickt sogar im Auto, als sie mit Christian unterwegs nach Hause ist.
Christian ist erfolgreich in seinem Job: Er vermittelt Luxus-Ferienimmobilien. Er mag das Geld und die Annehmlichkeiten, die ihm seine Arbeit bietet. Doch ist er glücklich? Wohl eher nicht. Diesen Gedanken verdrängt er nur zu gern. Aber sein Vater, mit dem er eine komplizierte Beziehung hat, sagt es ihm auf den Kopf zu. Das wiederum gibt ihm zu denken.
Ich mochte Megan und Christian gleich sehr gerne. Der Plan, über die Feiertage ein glückliches Pärchen zu mimen, bedingt einiges an Vorbereitung und Abstimmung. Ebenso müssen die Bedingungen klar definiert werden (Christian notiert sie gleich auf einer Serviette und beide unterschreiben diesen „Vertrag“). Der Leserin ist selbstverständlich schon im Voraus klar, dass nicht alles wie geplant ablaufen wird.
Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und war trotz seiner 480 Seiten im Nu zu Ende. Leider! Weshalb? Hach, es war sooo schön – wie ein toller Weihnachtsfilm, seufz! 5 Sterne.