Aus Verbündeten werden Verräter, Freunde zu gnadenlosen Feinden – in einer Welt, in der Magie als unsagbares Verbrechen gilt.
Mit Trugbild der Schatten legt Helmut Aigner den Auftakt zu einer geplanten Fantasyreihe vor, deren endgültiger Umfang bislang offenbleibt.
Die Handlung begleitet Etaila, deren Weg sie von den eisigen Landen des Nordens über die sogenannten Kernreiche bis zu den verborgenen Domänen der Elfen in Orseon führt. Dort findet der erste Band ein abruptes Ende – Genaueres bleibt unausgesprochen, um nichts vorwegzunehmen.
Der Einstieg überzeugt sofort: Die düstere Atmosphäre, Etailas bedrückende Träume und ihre ausweglose Lebenslage ziehen den Leser unmittelbar in die Geschichte hinein. Schon bald wird sie in ein Schicksal geworfen, das ihr Leben unwiderruflich verändert – gebrandmarkt von einem Fluch, für den es kein Heilmittel zu geben scheint, und gezwungen, ihre Heimat hinter sich zu lassen.
Für kurze Zeit findet Etaila Zuflucht bei einer isolierten Gemeinschaft, deren Mitglieder ebenfalls Narben aus ihrer Vergangenheit tragen. Doch nach einem weiteren tragischen Ereignis bleibt ihr nichts anderes übrig, als weiterzuziehen – diesmal in Begleitung neuer Weggefährten.
Auch der Leser kommt kaum zur Ruhe: Kaum scheint eine Gefahr gebannt, lauert bereits die nächste. Überfälle, Fluchten, Kämpfe – ein unaufhörliches Wechselspiel aus Hoffnung und Verzweiflung. Nur der erfahrene Coldwyn versteht es, die Gruppe in aussichtslosen Momenten zusammenzuhalten.
Nach einem langen und beschwerlichen Weg erreichen Etaila und ihre Gefährten schließlich Orseon – das verborgene Reich der Elfen, das von den Thärden bedroht wird. Deren Angriff droht, die letzten Rückzugsorte der Elfen endgültig zu vernichten.
Das Buch endet mit Verrat, Enthüllungen und einer belagernden Bedrohung – ein finsteres, spannungsgeladenes Finale, das deutlich macht: Etailas Reise hat gerade erst begonnen. Ich freue mich darauf, im nächsten Band mehr über sie und ihre Gefährten zu erfahren.