Edie braucht Abstand von ihrem Leben in Irland. Paris scheint der perfekte Ort dafür zu sein, noch dazu mit einer Stelle in einer Bäckerei mit zartschmelzenden Croissants und süßen Macarons. Nur erwartet sie in jener Pariser Bäckerei niemand, denn beworben hat sie sich versehentlich auf eine Stelle in der Bäckerei in der Rue de Paris in Compiègne. Das Abenteuer ist drauf und dran in ein Desaster auszuarten. Compiègne ist nicht Paris, Madame Moreau – ihre Chefin – scheint Edie nicht besonders zu mögen und in der Backstube im Fachwerkhaus in der Rue de Paris scheinen nachts seltsame Dinge vor sich zu gehen. Dennoch bleibt Edie, denn mehr und mehr wachsen ihr die Bäckerei, Manu und auch Madame Moreau ans Herz, mit Nicole findet sie eine Freundin und bei zu Hugo fühlt sie sich zu beginn an hingezogen. Edie erkennt, dass die Bewältigung von Trauer, Schicksalen und Leid viele Formen kennt und so lässt sie ihre Trauer, ihre Erinnerungen, zu und findet so zu ihrer eigenen Lebensfreude.
Diese Geschichte ist bezaubernd schön und zu Herzen gehend. Mir gefielen die französischen Wörter und Sätze die in der Geschichte immer wieder auftauchen und die Verflechtung zwischen Vergangenheit und Gegenwart mit einer Prise Magie verleiht der ganzen Geschichte eine wundervolle Stimmung. Die Beschreibungen der Bäckerei in dem alten Fachwerkhaus in der Rue de Paris waren wunderschön und so lebendig, dass ich beinahe die frischen Brote riechen konnte. Protagonisten so echt wie das Leben, eine Liebesgeschichte über zwei Menschen, die einander nicht gesucht, aber gefunden haben. Eine wundervolle, leise Geschichte über Verlust, Trauer, aber auch Freundschaft, Neuanfänge, sich selber zu finden und zu sein und darüber, dass Menschlichkeit auch in dunkelsten Zeiten existiert.
Ein Seelenschmeichlerbuch innen wie außen!