Elmigers Buch ist kein Roman mit einem durchgehenden Handlungsstrang. Wer eine Story erwartet, in der man die Erlebnisse eines Protagonisten in logischer Folge hintereinanderweg verfolgen kann, wird von diesem Buch enttäuscht sein. In den „Holländerinnen“ ist die Rahmenhandlung ein Vortrag, den die Autorin vor einem unsichtbaren und nicht weiter definierten Publikum hält. In diesen sind verschiedene Berichte eingewoben, die sie in der indirekten Rede wiedergibt. So beschreibt sie eine Reise, die sie im Rahmen eines Theaterprojekts in den Dschungel unternommen hat, berichtet aber auch über Geschichten, die sie von Bekannten erfahren hat. Wie in einem Gemälde von Bruegel (das, wie die Leser erfahren, über dem Schreibtisch der Autorin hängt) geht es in den von der Autorin wiedergegebenen Geschichten um verschiedene Aspekte eines übergeordneten Themas: dem Spannungsfeld zwischen unserer westlichen Zivilisation und der ursprünglichen Natur sowie der daraus resultierenden Gewalt. Der Aufbau des Buches fordert dazu auf, nach Verbindungen und Interpretationen der unterschiedlichen Berichte zu suchen. Ich fand es sehr bereichernd in das Buch einzutauchen und angeregt zu werden, mich mit den grundsätzlichen Themen des menschlichen Lebens zu beschäftigen. Ich werde das Buch ganz sicher noch ein zweites Mal lesen.