Als Anouk ihre neue WG-Mitbewohnerin Lily kennenlernt, ahnen die beiden Frauen nicht, was diese Begegnung auslösen wird. Während Anouk mit ihrem Alltag als Influencerin und den damit einhergehenden Erwartungen kämpft, versucht Lily ihre Dämonen hinter sich zu lassen. Lily, die eigentlich Delia heisst und ein neues Leben anfangen möchte. Doch irgendwann kommt alles ans Licht
Das Kammerspiel zwischen Anouk und Delia (oder Lily) konnte mich von Anfang an fesseln. Zum einen hat mich Joana Junes Schreibstil direkt abholen können. Bereits die erste Szene in der Wohnung von Anouk und das erste Zusammentreffen der beiden war so bildlich beschrieben, dass ich nicht aufhören wollte zu lesen. Ich habe mich in vielen Aussagen der beiden Protagonistinnen wiedergefunden, habe Passagen angestrichen und mehrfach gelesen, weil die Wortwahl mich mitten ins Herz getroffen hat. Handlungstechnisch geschieht verglichen mit anderen Büchern wenig, dennoch wurde es nie langweilig. Stattdessen habe ich mich komplett in die Leben von Delia und Anouk fallen lassen, habe mich mit vielen Momenten und Situationen identifizieren können und mir des Öfteren gedacht “fühl ich”.
“Bestie” bietet viel Stoff zum Nachdenken, einige Momente zum Schmunzeln, aber vor allem viel Authentizität, wenn es um das Leben von zwei Mitzwanzigerinnen geht, die in der heutigen Welt zu bestehen versuchen. Es wird ein schonungsloser Blick auf die Beziehungen zwischen Frauen geworfen, auf die Social Media Kultur und darauf, was es heisst, wirklich verletzlich zu sein. Ich persönlich habe mich auf ganzer Linie abgeholt gefühlt und bin sehr gespannt darauf, was die Autorin als nächstes schreiben wird.