Esme wächst unter dem Sortiertisch im Scriptorium in Oxfort auf, wo ihr Vater an der ersten Ausgabe des Oxford English Dictionary mitarbeitet. Die Welt der Wörter umhüllt Esme voll und ganz, doch nicht alle Wörter finden den Weg in die männerdominierte Arbeit und Esme fängt an, die verlorenen gegangene Frauen- Wörter und die Wörter der Arbeiterschicht zu sammeln.
Das ist ein wunderbares, zarte Buch über die Liebe zu Wörtern, deren Bedeutung im etymologischen und gesellschaftlichen Sinn, aber auch ein Buch über romantische Liebe, über die Liebe eines Vaters zu seiner Tochter, über mütterliche Liebe und Frauenfreundschaft. Die Sprache ist so zart und differenziert wie der Inhalt. Die Wörter, welche im Scriptorium gesammelt werden, kommen immer wieder als lexikalische Einträge vor - auf englisch und in der deutschen Übersetzung. Das gefällt mir gut. So bleibt es authentisch und gleichzeitig verständlich auch für Menschen, welche nicht englisch können. Die lexikalischen Einträge haben auch immer einen Bezug zur Geschichte und und illustrieren damit wunderbar, wie Esme vollständig in der Welt der Wörter aufgeht und darin lebt.
Ich kann das Buch allen empfehlen, die den Umgang mit Wörtern mögen, geschichtlich interessiert sind und Frauenliteratur mögen.
Medium: Buch