Connell und Marianne, die sich seit der Schule kennen, starten ins Leben, mal gemeinsam, dann wieder allein. Ihre Beziehung – er in Armut, sie in Reichtum aufgewachsen – geht auf und ab. Irgendwie bleiben sie sich immer verbunden, und doch verletzen sie sich immer wieder so, dass sie auseinandergehen müssen. Sie sind ein Paar und wollen keines sein. Vor allem zweifeln beide an sich selbst, versuchen Zugang zu ihrem Innersten zu finden. Marianne, in einer Villa aufgewachsen, aber traumatisiert von ihrem gewalttätigen Bruder und einer abweisenden Mutter, kann sich nur schwer in eine Beziehung einlassen, ohne sich zu verlieren. Und Connell ist blitzgescheit, manchmal sehr mitfühlend und dann wieder abweisend und kalt, hat aber mehr Selbstzweifel als Selbstvertrauen. Eigentlich wollen beide nur normal sein, aber was ist schon normal, und wer ist schon normal? Marianne beginnt sich in Beziehungen zu unterwerfen, und Connell sucht vergebens nach Vertrautheit und Sinn. Beide schämen sich für Eigenschaften und Verhaltensweisen, und lernen nur in kleinen Schritten ihre eigenen Eigenarten und die der andern zu akzeptieren. Ohne einander aber können sie nicht sein, nur wie lässt sich ein Miteinander leben, wo beide ihren Platz haben, ohne sich zu verletzen?
Ganz interessant sind die Gedanken und Gespräche, das Ringen um Verstehen, all die Vermutungen und Sackgassen; Rooney versteht es, aus dem Innern der Personen alles einfühlsam und dramatisch zu beschreiben. Sie begleitet das Auf und Ab, die Zweifel und Nöte des Erwachsenwerdens der beiden eindringlich, spannend und leicht lesbar.
Aufregend, anregend, genial!