Meine Erwartungen an das Buch waren hoch, da es das Leben dreier Frauen in unterschiedlichen Zeitaltern miteinander verknüpft. Besonders zu Beginn gefiel mir der Fokus auf die gesellschaftliche Stellung und Behandlung von Frauen in längst vergangenen Zeiten. Diese Passagen waren intensiv und nachvollziehbar geschildert, sodass ich gut mitfühlen konnte.
Im weiteren Verlauf änderten sich jedoch die Charakterzüge der Protagonistinnen deutlich, bedingt durch einschneidende Erlebnisse in ihrem Leben. Dieser Wandel machte es mir schwerer, mich weiterhin in die Figuren hineinzuversetzen und ihre Entscheidungen nachzuvollziehen. Auch hätte ich mir tiefere Einblicke in die beiden weiteren Protagonistinnen gewünscht. Sie blieben im Vergleich zur ersten Figur eher blass, was ich bedauerlich fand, da gerade ihre unterschiedlichen Perspektiven das Potenzial gehabt hätten, die Handlung noch facettenreicher zu machen.
Je weiter ich in der Geschichte fortschritt, desto mehr liess meine Begeisterung nach. Während der Anfang eine grosse Sogwirkung entfalten konnte, verlor mich die Handlung später zunehmend. Für mich blieb so ein gewisses Ungleichgewicht zwischen einem starken, vielversprechenden Auftakt und einer Erzählweise, die im Verlauf an Intensität und Spannung einbüsste.