Die junge Maria ahnt nicht, dass sie in ihrer Ehe mit dem spanischen Edelmann nicht ihre erhoffte Befreiung in ein glanzvolles Leben findet, sondern nur das unglückliche Dasein als Ehefrau, welche die Erwartungen, einen Nachkommen zu gebären, nicht erfüllen mag. Aber eine mysteriöse Witwe verspricht Maria die sehnlich ersuchte Freiheit in einem neuen “Leben”…
Auch die Debütantin Charlotte will sich eigentlich gar nicht in das für sie vorgesehene Leben einfügen und findet viel mehr Interesse an der jung verwitweten Sabine, welche so frei und selbst bestimmt ihr Leben führt.
Kurz nach ihrem Start in ein neues Leben, an einer Uni weit weg von Zuhause, stürzt Alice sich in ein One-Night-Stand mit der faszinierenden Lottie und erwacht am nächsten Tag mit dem Gefühl, etwas Wichtiges in ihr verloren zu haben…
Wer die Autorin kennt, weiss, dass ihr Schreibstil sehr speziell ist und auch in diesem Roman konnte mich Schwab mit ihrem Stil in ihren Bann ziehen.
Die Geschichte beginnt im Jahre 1511 und endet in der Neuzeit, wodurch wir verschiedene Epochen durchleben. Jede einzelne davon konnte die Autorin so authentisch umschreiben, dass ich mich problemlos in die jeweilige Zeit eindenken konnte.
Dabei hat es Schwab geschafft, trotz der verschiedenen Stile, eine übergreifende Atmosphäre im Buch zu schaffen, welche einem als Leser stets das düstere, mysteriöse Setting hat fühlen lassen.
Unsere drei Hauptprotagonisten bekommen auf den beinahe 700 Seiten die Zeit und den Raum, um ihre Verwandlung zu durchleben und die damit verbundenen Veränderungen an sich zu entdecken und einen Umgang damit finden. Das gelingt der Einen eventuell etwas besser als der Anderen. Man merkt, wie die Zeit in der Unsterblichkeit die einstigen Sterblichen zusehends verändert und die Menschlichkeit immer mehr aus ihnen zu weichen scheint, wodurch das Monster in ihnen immer weiter an die Oberfläche kommt.
Dabei begleiten wir eine ebenso leidenschaftliche wie tragische Liebesgeschichte, welche nicht nur die Unendlichkeit sondern auch den unstillbaren Durst versucht zu überdauern und sich dabei als scheinbar letzten wahren Schwachpunkt nach dem Tod herauskristallisiert.
Ich habe dieses Buch gerne gelesen und fand die Beschreibung des Vampirismus von der Autorin sehr gut umgesetzt. Ein Highlight war es für mich jedoch nicht. Es fehlte definitiv etwas an Spannung und teilweise haben wir uns sehr lange nur um eine der drei Protagonistinnen gedreht, wodurch die anderen Beiden manchmal etwas zu sehr in den Hintergrund gerückt sind.
Und auch wenn ich den Schreibstil sehr gemocht habe, sollte man sich bewusst sein, dass man dieses Buch nicht eben einfach schnell mal weglesen kann - Es braucht schon ein bisschen Zeit und Einfühlen in die Story, zu mindestens empfand ich das so 🙂