Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei 😉
Ich habe fast jedes Buch der Autorin gelesen, weshalb natürlich auch ihr neustes Werk bei mir einziehen durfte. Was ich nicht so ganz verstehe und auch nicht in Ordnung finde, dass es in der Hardcover- Variante erscheint, denn all ihre anderen Romane sind Taschenbuchausgaben. Aber ja, so verdient man natürlich etwas mehr…..
Ich denke zum Schreibstil muss ich nicht mehr  zu viel sagen, denn Taylor Jenkins Reid hat einfach einen tollen Schreibstil. Dieser ist wortgewandt, trotzdem locker, leicht, flüssig und sehr bildhaft, atmosphärisch, als würde man einen Film gucken. Erzählt wird grösstenteils aus der personalen Sicht von Joan. Es kommt auch immer wieder zu Zeitsprüngen, diese sind jedoch so deklariert, dass man kein Durcheinander kriegt, wo in der Geschichte man sich gerade befindet.
Neben dem wunderbaren anschaulichen Schreibstil ist auch die Charakterausarbeitung eine grosse Stärke der Autorin. Obwohl nämlich nicht die homodiegetische Perspektive gewählt wurde, wirken die Protagonisten einfach lebendig, greifbar und das auch wenn, man vielleicht nicht alle Gedankengänge verstehen oder bestimmte Handlungen nachvollziehen kann. Ich habe Joan unsere Hauptperson sehr gerne begleitet, da ich ihr Leben total interessant und faszinierend fand, würde sie jetzt aber nicht unbedingt als meine Herzens- Protagonistin betiteln 😉 Ihre Nichte Frances war echt niedlich und über deren Mutter Barbara müssen wir gar nicht gross diskutieren, sie verhielt sich einfach total daneben! Ausser Vanessa, mehr dazu weiter unten, wirken ihre Astronauten- Kollegen erstaunlicher weise recht blass, sehr schade, gerne hätte ich diese nämlich intensiver kennengelernt.
Die Idee, der Aufbau, der Stil, das Weltraum- Setting und der Vibe des Romans haben mir unglaublich gut gefallen. Man merkt auch wie ausführlich recherchiert wurde, die technische Detailtiefe, waren für mich allerdings zeitweise fast ein bisschen zu viel und gerade im mittleren Teil wurde die Handlung etwas schleppend deswegen. Ich denke es ist auch kein grosser Spoiler, wenn ich verrate, dass Joan ihre grosse Liebe in Vanessa findet. Mich jedenfalls hat es nicht überrascht und ich bin auch der Meinung, dass dies bei den Tropes oder dem Klappentext preisgegeben werden darf. Nicht alle lesen gerne eine Erzählung in der eine queere Liebesgeschichte doch recht im Fokus steht . Ebenfalls erstaunte mich die Begriffstutzigkeit von Joan, da dachte ich oft, Mäddel ich glaube du bist die Einzige, die nicht erkennt , was Sache ist…..Das letzte Kapitel war nervenaufreibend….und mich hat es nicht gestört, dass es zum Beispiel keinen Epilog mehr gab, hätte mir jedoch ein mutigeres Ende gewünscht…..
Ich vergebe hiermit 4 Sterne