Der Kaiser der Freude hat mich tief berührt und gleichzeitig gefordert. Die Geschichte entfaltet sich langsam, aber eindringlich, mit Figuren, die so echt wirken, dass man sich ihnen kaum entziehen kann. Besonders Hai ist mir nahegekommen : seine Unsicherheit, sein Schweigen gegenüber der Mutter, all das hat mich beschäftigt und manchmal auch frustriert.
Am meisten hat mich der Winterteil überzeugt. Die Atmosphäre war dicht, die Schauplätze greifbar, und die durchgehende Hoffnungslosigkeit…bei Grazina, Sonys Vater oder in der Wrestling-Szene hat mich nicht losgelassen. Trotzdem blieb der Stil lebendig und klar.
Das offene Ende hat mich überrascht, aber im Rückblick passt es sehr gut. Es fühlt sich an, als hätte man für eine Weile in das Leben dieser Figuren geblickt und dann, wurde das Licht wieder ausgeknipst. Ich würde das Buch Menschen empfehlen, die sich auf komplexe, emotionale Geschichten einlassen möchten. Kein Buch für zwischendurch, aber eines, das nachhallt.