Der Erfolgsautor Jasper Gwyn beschliesst, nie wieder zu schreiben - damit beginnt der Roman und bietet schonmal eine sehr interessante Ausgangslage. Gwyn lässt sich eine zeitlang treiben und findet dann das, was er als nächstes machen möchte: eine Aufgabe, die er als “seine” Aufgabe erkennt (oder bestimmt)? Er will Kopist sein. Er möchte mit Klientinnen und Klienten viel Zeit in demselben Raum verbringen, doch statt ein Gemälde von ihnen anzufertigen, möchte er ein Portrait schreiben -und das, ohne mit den Klientinnen und Klienten zu sprechen.
Die Idee ist extrem spannend, natürlich ertappt man sich immer wieder bei der Fragestellung “wie würde ich mich in diesem Raum verhalten? Was würde über mich aufgeschrieben werden”? Der Anspruch des Kopisten ist kein geringerer als der, zum Innersten seiner Klienten vorzudringen, zu erfassen was sie ausmacht, oder, um es mit seinen Worten zu sagen “sie nach Hause zu bringen”.
Der Sog beim Lesen entsteht freilich auch wegen der Sprache - man beachte den Autor. Ein tolles Buch!