Rezension zu Confession Room - Lia Middleton
|Einzelband| Piper| Erschienen am 04.04.2025 | 4 Sterne
Sie ist Schuld am Tod von Sophie - das jedenfalls redet Emilia sich ein. Die ehemalige Polizistin hat sich aus dem Dienst zurückgezogen und versinkt in der Trauer um ihre Schwester. Einzig das anonyme Forum “Confession Room” sorgt dafür, dass sie sich etwas besser fühlt und ihre eigene Sünde beichten kann. Doch da tauchen plötzlich anonyme Mordgeständnisse auf und kurz darauf gehen Videos viral, welche eine grauenhafte Wahrheit enthüllen…
Die Idee von Confession Room hat mich von Anfang an angesprochen, weil ich sie als originell und neuartig empfunden habe. Das Erzähltempo ist zackig und Emilia als Protagonistin findet sich schnell in einer prekären Situation wieder. Ich habe den Thriller fast an einem Stück durchgelesen, allerdings fand sich schon die eine oder andere Länge. Positiv hervorheben möchte ich aber das Thema der Schuld, welches hier auch auf philosophische Art und Weise beleuchtet wird. Damit hatte ich nicht gerechnet und es hat dem ansonsten eher oberflächlichen Thriller etwas Vielschichtigkeit verliehen.
Emilia ist eine Protagonistin, welche anfangs nichts mit sich anzufangen weiss. Sie lässt sich schnell beeinflussen und verhält sich trotz ihrer Polizeierfahrung teils laienhaft und unklug. Dies führe ich auf den erlittenen Schock rund um den Tod ihrer Schwester zurück, gestört hat es mich trotzdem. Das Ende kam unerwartet und lässt einen nachdenklich und etwas unbefriedigt zurück.
Insgesamt wartet Confession Room zwar mit neuartigen Ideen auf, allerdings empfand ich unsere Protagonistin als eher schwach und hätte mir an der einen oder anderen Stelle etwas klügere Handlungen gewünscht. Dennoch kann ich den Thriller empfehlen, da er mit seiner Sogwirkung ein kurzweiliges Lesevergnügen bietet.