Nachdenklich und leise erzählt der Roman von zwei Frauen, deren Wege sich kreuzen, als beide mit Verlust, Fragen und familiären Aufgaben konfrontiert sind. Atlanta sucht nach Antworten zum plötzlichen Tod ihres Partners, Enza soll den letzten Wunsch ihrer kranken Mutter erfüllen. Gemeinsam brechen sie auf – eine Reise voller unerwarteter Begegnungen, Umwege und innerer Entwicklungen beginnt.
Besonders gelungen ist der Wechsel der Erzählperspektiven: Jede Figur spricht in ihrer eigenen Stimme, mit spürbarem Temperament und Tiefe. Atlanta, strukturiert und manchmal kontrolliert, trifft auf die stille, zarte und auch starke Enza – Gegensätze, die sich auf berührende Weise annähern. Zwischen den beiden entsteht etwas Neues, vorsichtig angedeutet, aber offen gelassen.
Die Handlung in diesem Buch bleibt durchgängig spannend, auch weil vieles lange mysteriös ist – etwa das Geheimnis um drei mysteriöse Namen oder das Verhalten von Enzas Mutter. Kleine Details – wie Ortsangaben per Koordinaten oder ungewohnte Verhalten – verleihen der Geschichte Leichtigkeit und Charakter. Der Schluss kommt für meinen Geschmack etwas abrupt, doch der Epilog schlägt einen schönen Bogen zum Anfang.
Insgesamt: feinfühlig erzählt, mit Tiefe, Humor und stiller Spannung. Ein Roman, der in Erinnerung bleibt.