Als Malte plötzlich weg ist, gerät Atlantas Leben völlig aus der Bahn. Schwanger und voller Fragen entdeckt sie eine rätselhafte Liste mit fremden Namen in seiner Kleidung. Ein Unfall führt sie zur trauernden Enza, deren todkranke Mutter sie bittet, nach Sizilien zu reisen – ausgerechnet an einen der Orte auf Maltes Liste.
Schon nach dem Prolog war ich tief eingetaucht in die zart und berührend erzählte Geschichte von Atlanta und Enza.
Sita Maria Frey überzeugt mit einem feinfühligen, authentischen Erzählstil, der Wärme und Tiefe zugleich transportiert. Immer wieder hatte ich Tränen in den Augen – so glaubwürdig und ehrlich schildert sie die Emotionen ihrer Figuren.
Man schmeckt beim Lesen das Salz des Meeres, riecht die übervollen Straßen und fühlt mit den beiden Frauen mit – zwei ganz unterschiedliche, starke Persönlichkeiten, deren Gedanken, Hoffnungen und Trauer man auf jeder Seite spürt. Ihre Reise ist leise, poetisch und gleichzeitig kraftvoll – ein echtes Leseerlebnis.
Einziger kleiner Kritikpunkt: In der Mitte gab es ein paar kleinere Längen.
Sita Maria Frey beweist mit diesem Debüt ein feines Gespür für Sprache und Tiefe. Ich hoffe sehr, dass wir noch viel von ihr lesen dürfen.
Wer emotionale Geschichten über Abschied, Neuanfang und die Kraft menschlicher Verbindung liebt, sollte dieses Buch unbedingt lesen.