“Das Dinner” von Emily Rudolf war meine Ferienlektüre – leider keine, die mich überzeugen konnte. Da es das einzige Buch war, das ich mitgenommen hatte, habe ich es zwar zu Ende gelesen, doch wäre ich zu Hause gewesen, hätte ich es spätestens nach dem ersten Drittel abgebrochen.
Die Geschichte dreht sich um eine Freundesgruppe, die sich nach Jahren zu einem Krimi-Dinner trifft. Was als Spiel beginnt, entwickelt sich bald zu einer Reise in die Vergangenheit: Vor fünf Jahren verschwand ein Mitglied der Gruppe spurlos. Die Handlung springt ständig zwischen der Gegenwart und der Nacht des Verschwindens hin und her. Diese Erzählstruktur empfand ich als mühsam und ermüdend. Das ständige Wechseln zwischen den Zeitebenen erschwerte meinen Lesefluss.
Die Figuren auseinanderzuhalten war ausgesprochen mühsam: In der Freundesgruppe schien gefühlt jeder schon einmal mit jedem etwas gehabt zu haben, sodass sich ein undurchsichtiges Geflecht aus Namen und Beziehungen entspann. Die fiktiven Rollen des Krimi-Dinners machten die Verwirrung schliesslich perfekt. Emily Rudolfs Sprache ist zwar bildhaft, wirkt insgesamt jedoch sehr einfach. Themen wie Alkohol und Drogen werden im Buch meiner Meinung nach zu unkritisch behandelt.
Mit über 450 Seiten zieht sich die Geschichte unnötig in die Länge und verliert dadurch an Kraft. Die Grundidee - ein Krimi-Dinner, das in reale Abgründe führt - fand ich eigentlich spannend und war der Grund, weshalb ich das Buch gewählt hatte. Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt.