Leon de Winters Roman Stadt der Hunde hat mich, trotz meiner Offenheit für ernste und tiefgründige Literatur, leider nicht überzeugt. Das Buch, das auf knapp 270 Seiten einen eigenwilligen Mix aus psychologischem Drama, existenziellen Fragen und medizinischem Grenzgang zu bieten versucht, hat mich weder emotional noch intellektuell abgeholt.
Im Zentrum der Geschichte steht ein pensionierter Gehirnchirurg. Seit einem Jahrzehnt kehrt er obsessiv an den Ort zurück, an dem seine Tochter spurlos verschwunden ist. Als ihm schliesslich eine letzte, hochriskante Operation angetragen wird, wird er selbst mit einer fatalen Diagnose konfrontiert: Ein Hirntumor bringt seine Gedankenwelt zunehmend durcheinander. Doch was sind Erinnerungen, was Halluzinationen?
Diese verschwimmende Grenze mag literarisch reizvoll sein, doch mir fiel es schwer, darin einen roten Faden oder eine emotionale Bindung zur Hauptfigur zu finden. Ich habe lange für dieses Buch gebraucht, und nie das Gefühl gehabt, wirklich “reinzukommen”.
Was wollte mir der Roman sagen? Diese Frage blieb für mich offen – und nicht auf die gute, nachdenklich stimmende Art.