Martha ist im Jahr 1789 Hebamme und Heilerin in Maine am Kennebec River. Sie lebt mit ihrer Familie seit Jahren in der Mühle am Fluss und blickt im Rahmen ihres Berufs hinter die Kulissen der kleinen Stadt. Eines Tages wird die Leiche eines Mannes aus dem gefrorenen Fluss geborgen. Damit werden Ereignisse losgetreten, die Marthas ganze Familie und ihre Freunde betreffen. Tapfer kämpft sie für Gerechtigkeit und die Rechte der Frauen.
Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt und nicht mehr losgelassen. Die Autorin schreibt sehr eindrücklich und spannend, was Martha in einer Zeit erlebt, in der Frauen keine Stimme haben und nichts gelten. Ihr Mut und Sinn für Gerechtigkeit treiben sie an, sich gegen die korrupte Obrigkeit zur Wehr zu setzen. Dabei gründet das Buch auf den Tagebüchern der Martha Ballard, die tatsächlich in jenem Jahr gelebt hat und ihr Leben als Hebamme und Heilerin detailgetreu aufgezeichnet hat. Diese Authentizität gibt dem Buch noch mehr Spannung und macht es sehr interessant, vor allem auch wenn man sich für Medizin, Geburt und Heilkräuter interessiert.
Beeindruckt und gefallen hat mir an diesem Buch besonders auch, wie die Autorin ihre Figuren gestaltet. Sie stellt das Gefühlsleben, vor allem von Martha, sehr differenziert dar und wird dabei nie langweilig oder langatmig. Am Ende hatte ich das Gefühl, Martha kennengelernt zu haben.
Ich kann das Buch allen empfehlen, die historische Romane und Geschichten mit starken Frauen mögen, sich für die Arbeit einer Hebamme interessieren. Das Buch ist perfekt für lange, dunkle Wintertage - man taucht ein in eine andere Welt und kann sich davon tragen lassen.
Medium: Buch