In einem Moment war Ana zufrieden mit ihrem Leben, im nächsten Moment wird ihr der Boden unter den Füssen weggerissen, da ihr ihr Mann Olli mitteilte, dass er ausziehen werde. Warum nur? Und was soll nun aus ihr und Sohn Daniel werden? Nach einiger Zeit beschliesst sie, Tjorben in Schweden zu besuchen. Sie haben früher zusammen mit Olli eine WG gehabt und waren trotz seiner Auswanderung nach Schweden immer in Kontakt. Ana wollte ihn überraschen, findet aber nur Jördis vor, die sich als seine Freundin vorstellt. Da er an seinem neusten Drehbuch schreibe, sei er in seinem Landhaus; er ist telefonisch nicht erreichbar. Ana ist verzweifelt, hat sie sich doch so sehr Trost und Unterstützung von Tjorben gewünscht. Sie versteht die Männer einfach nicht…
Erster Eindruck: Ein schönes winterliches Cover – gefällt mir sehr gut.
Das muss schon ein heftiger Schlag sein, wenn einem – nichts Böses ahnend – plötzlich gesagt wird, dass man eine innere Leere verspüre, nicht glücklich sei und deshalb ausziehen werde. Boom! Die Frage nach dem Warum ist omnipräsent. Hätte ich etwas merken müssen? Hat er eine andere? Was fehlt ihm in der Beziehung? Olli mauert jedoch und sagt nur lapidar, dass er da selbst wieder rauskommen müsse. Es ist zum Verzweifeln, wenn man so viele Fragen hat und gar keine Antworten darauf erhält.
Ana hat mir sehr gefallen, ebenso der kleine Sohn Daniel. Und es war auch schön zu sehen, wie die beiden Grosseltern-Paare sich bei der Betreuung von Daniel miteinbringen. Dies erleichtert Ana ihren Alltag enorm, denn schliesslich muss sie Geld verdienen und Olli fällt nun aus, um Daniel irgendwo abzuholen oder ihn zu beaufsichtigen. Es ist schwer für Ana und ihre Emotionen fahren Achterbahn…
Für mich war dies kein Liebesroman, sondern eher ein Familiendrama. Die Brieffreundschaft, die der Titel erwähnt, ist so gut wie nicht existent (einmal im Jahr Geburtstags- bzw. Weihnachtsgrüsse zu verschicken, ist für mich keine Brieffreundschaft). Dass der Brieffreund in Svealand lebt, ist ebenfalls irrelevant. Das Buch ist auch keine Winter- oder Weihnachtsgeschichte, auch wenn anhand des Covers darauf geschlossen werden könnte. Aber – nun kommt das Aber – das heisst nicht, dass mir die Geschichte nicht gut gefallen hat. Denn das hat sie nämlich, sogar sehr gut. Ich war sehr gespannt, wie die Geschichte ausging und ich sage nur so viel: Mit diesem Ende habe ich definitiv nicht gerechnet. Von mir gibt es 4 Sterne.