Bernard zeichnet ein intensives Bild einer aussergewöhnlichen - jedoch zutiefst zerrissenen Frau: zerrissen zwischen den Männern, die sie liebt - zerrissen von ihren körperlichen Begrenzungen und Schmerzen durch Unfall und Kinderlähmung - zerrissen wohl auch vom eigenen Genie…
Ob es allerdings tatsächlich das Bild der Frida Kahlo ist? - Schwer zu beurteilen, mitunter waren mir die Szenen doch zu ausgemalt, man hätte meinen können, die Autorin hätte sich an Frida’s Fersen geheftet und schreibend porträtiert. Das hinterlässt einen etwas schalen Geschmack - und gibt doch eine Ahnung von der Frau, die hinter den Bildern steckt - denn diese sind sehr oft (ausnahmslos?) ein Spiegel ihrer Selbst und ihres (wunden) Zustandes. Sie hat sich der Welt gezeigt - und sich dabei gleichzeitig schutzlos gemacht - dass es nicht immer verstanden und goutiert wurde, mag dabei nicht verwundern… Es scheint, dass Frida’s Kunst ‘öffentlich gemachte Therapie’ war. (Was jedoch nicht abwertend gemeint ist!)
Alles in allem liest sich das Buch gut - wenig Tiefgang, mitunter (vor allem in Paris) ziemlich misandrisch - es gfibt einen Eindruck von der Person und den Bildern - und kaum eineR wird widerstehen können - und nach den Bildern googlen, die er hier in ihrer je eigenen Geschichte ‘serviert’ bekam.