Dieses Buch konnte mich seit langem wieder einmal richtig begeistern und ich konnte fast nicht aufhören zu lesen. Die Autorin vermischt gekonnt Fantasy-Elementen mit historischen und wissenschaftlichen Elementen, was ich so bisher noch nie gesehen habe. Der Schreibstil der Autorin ist ebenfalls sehr angenehm und ich konnte mir die verschiedenen Handlungsorte und Charaktere mühelos vorstellen: Die ruhige, neblige Atmosphäre, wenn Diana am frühen Morgen auf dem Fluss ruderte, die Räume der altehrwürdigen Bibliothek mit ihrem jahrhundertealten Wissen oder das Hexenhaus der Familie Bischoff. Alles wirkte lebendig und nahezu greifbar.
Die Charaktere haben mir grundsätzlich ebenfalls gut gefallen, mit all ihren Stärken und Schwächen. Matthew, den männliche Hauptcharakter, fand ich leider bis zum Schluss ziemlich nervig und nicht wirklich sympathisch: Er kommandiert alle herum, akzeptiert keine anderen Meinungen und hat eine kurze Zündschnur. In Liebesdingen ist er ebenfalls sehr eifersüchtig und sein ungesunder Kontrollwahn liess mich regelmässig schaudern. Sprich: «Red Flags», so weit das Auge reicht. Dennoch verliebt sich Diana, die zunächst als selbstbewusste und kluge Frau beschrieben wird, Hals über Kopf in ihn und lässt sich von ihm sogar ihren gesamten Tagesablauf vorschreiben. Wie so oft in Fantasy-Büchern, wird diese ungesunde Beziehung natürlich als eine gute Sache dargestellt, denn er möchte Diana ja «nur beschützen». Gegen Ende wurde es zum Glück ein wenig besser. Insgesamt hat mir das Buch – trotz des zeitweise nervigen männlichen Hauptcharakters – sehr gut gefallen.
Mein Fazit: Ein sehr empfehlenswertes Buch mit Suchtpotential. Ich werde auf jeden Fall auch die folgenden Bände lesen.