Mord im mittelalterlichen Köln
Einleitung: Frank Schätzing, geboren 1957, studierte Kommunikation, gründete eine Werbeagentur und arbeitete als Musiker und Produzent. Sein Roman Tod und Teufel wurde im Juni 2024 neu aufgelegt, nachdem die Erstausgabe bereits 1995 erschien. Mit Helden, der im Oktober 2024 veröffentlichten Fortsetzung, setzt er die Geschichte fort. Beide Werke gehören zum Genre der historischen Kriminalromane und spielen im mittelalterlichen Köln.
Inhalt: Der Roman erzählt die Geschichte des Kleinkriminellen Jacob, genannt “der Fuchs”, der im Jahr 1260 Zeuge eines Mordes am Kölner Dombaumeister wird – und das ausgerechnet, als er beim Apfelstehlen vom Baum fällt. Der Mörder bemerkt den ungewollten Beobachter, und eine rasante Verfolgungsjagd beginnt. Der Täter, ausgestattet mit einer Mini-Armbrust, bringt Jacob immer wieder in lebensbedrohliche Situationen. Auf seiner Flucht kann Jacob jedoch auf Verbündete zählen, die ihm beistehen – allerdings nicht ohne Opfer: Einige von ihnen bezahlen ihre Hilfe mit dem Leben. Bald wird klar, dass hinter dem Mord weitreichende politische Verschwörungen und Machtkämpfe stecken.
Zitat: „… aber einer wie Rainald von Dassel, der vor hundert Jahren (Anmerkung: 1164 entführte der Kölner Erzbischof Rainald von Dassel, der Kanzler Kaiser Friedrich Barbarossas, die vermeintlichen Reliquien der drei Männer aus dem eroberten Mailand an den Rhein) die Gebeine der Heiligen Drei Könige nach Köln brachte, stärkte damit nicht nur seine Position als Erzbischof, sondern auch die der Stadt.“
Persönliche Meinung: Das Leben im mittelalterlichen Köln wird anschaulich und schnörkellos geschildert. Schritt für Schritt wird die Leserschaft durch die Geschichte geführt, wodurch die Atmosphäre dieser Zeit spürbar wird. Besonders beeindruckend ist, wie geschickt der Autor lateinische Redensarten und historische Begriffe einfließen lässt. Dadurch wird der Roman nicht nur unterhaltsam, sondern auch lehrreich.
Fazit / Empfehlung: Ich habe bisher nur wenige historische Romane gelesen, aber Tod und Teufel hat mich besonders durch seine spannenden Handlungen, humorvollen Dialoge und die gut eingebetteten historischen Fakten überzeugt. Trotz meiner Begeisterung zögere ich noch, die Fortsetzung zu kaufen – die über 1.000 Seiten schrecken mich momentan ab. Nichtsdestotrotz empfehle ich diesen Roman jedem, der eine packende Geschichte mit einem historischen Setting sucht.