Die Eltern werden in die Schule des 7-jährigen Sohnes gerufen. Es sei etwas vorgefallen.
Was? Das ist eigentlich gar nicht so wichtig für die Geschichte. Geht es doch vielmehr darum, wie Vater Jakob und Mutter Pia damit umgehen. Ihr Verhalten untereinander, aber vor allem natürlich dem Sohn Luca gegenüber.
Im Mittelpunkt steht Pia, deren Kindheitsgeschichte in Rückblenden, Gesprächen und Gedanken dargestellt wird. Und es wird immer deutlicher, wie eng verwoben diese Erlebnisse mit ihrem aktuellen Verhalten sind.
Das Buch las sich so gut, ich konnte es kaum aus der Hand legen, so sehr hat mich die Geschichte gepackt.
Oftmals habe ich eine richtige Gänsehaut bekommen. Pias Verhalten ist sicher nicht gut zu heissen, aber im Zusammenhang mit ihrer eigenen Kindheit konnte ich ihre Zweifel immer besser verstehen.
Ihre Angst vor dem Schweigen.
Ihr Gefühl, nie gut genug zu sein.
Nie etwas gut genug zu machen.
Immer deutlicher wird, welche Last sie mit sich herumträgt. Sie fürchtet so sehr, dass ihr Sohn “das Böse” aus ihrer Familie geerbt hat. Wie schrecklich!
Ich finde toll, wie die ganzen Erzählstränge zusammen wachsen und eine Einheit bilden
Jede Person - nicht nur die Pia - wurde so gut dargestellt. Auch Jakob, seine Familie und natürlich Pias Eltern.
"Ich hatte drei Mütter.
Die erste war gut und lieb, streng, aber gerecht.
Die zweite war kalt und verschlossen.
Die dritte lächelt immerzu und backt Apfelkuchen."