Das Buch wird aus Sicht von zwei Personen geschrieben: Anna & Harm. Sie könnten nicht unterschiedlicher sein und finden durch die plötzlich auftretende Flugangst von Anna zueinander. Gemeinsam reisen sie im Süden von Frankreich umher; der Freigeist Harm, um die Bienen abzuliefern und die geschäftige und vernünftige Anna, um nach Hause zu Ihrem Freund zu kommen. Dabei lernen sich die beiden automatisch besser kennen und beginnen voneinander zu lernen.
Die Geschichte bringt einem direkt in das Geschehen durch den Verlobungsversuch und die anschliessende Panikattacke. Anna’s leben wirkt zuerst wie eine 0815-Geschichte und oft sind die Wendungen vorhersehbar. Harm wiederum entscheidet impulsiv und hört auf sein Herz. Oft ist er für die unerwarteten Szenen im Buch verantwortlich und fordert Anna immer wieder durch seine unkonventionelle Art heraus. Doch auch er hat seine eigenen Päckchen zu tragen. Es ist toll zu lesen, wie sich die beiden von Fremden, zu Freunden und zu Mehr entwickelten. Sie vertrauen sich ihre Ängste an und sind gemeinsam gewachsen. Anna überwindet ihre Panikattacken und kehrt zurück zu ihrem „Noch-Nicht-Verlobten“. Dort fällt sie rasch wieder ins Alte Muster zurück, fängt dann jedoch an, alles zu hinterfragen und neue Wege einzuleiten. Aus meiner Sicht war dann jedoch der traurige und unerwartete Tod ihres Vaters der nötige Stupser, um ihr den Mut zur Änderung ihres Lebens zu geben. Sie zieht nach dem Tod ihres Vaters in ihr Elternhaus zurück und kann zum ersten Mal die ruhige Umgebung geniessen, welche sie als Kind immer gehasst hat. Zudem lernt sie durch das Fahrradfahren die Umgebung neu wahrzunehmen und entscheidet sich für einen Tapetenwechsel, welcher sie unverhofft wieder zu Harm führt.
Dieses Buch ist eine Geschichte um auf die wunderschönen Dinge des Lebens hinzuweisen. Das es OK ist, wenn man auch mal einen Schritt zurücktritt und langsamer durch die Welt geht. Das Buch hat mich oft zum Nachdenken und Hinterfragen angeregt, weshalb ich es nur empfehlen kann.