Olga Tocarczuk hat 2018 den Nobelpreis u. a. für ihre „erzählerische Vorstellungskraft“ gewonnen, woraufhin ich ihr Buch „Die Jakobsbücher“ las, welches dazumals gerade erschienen war und das knapp 1200 Seiten umfasst. Ich hatte dies damals aus reiner Neugierde gelesen, weil ich wissen wollte, warum jemand den Nobelpreis für Literatur bekommt. Ich könnte heute nicht mehr sagen, um was es in dem Roman genau ging, aber ich kann das Gefühl nachspüren, das mir der Roman gegeben hat und diese Stimmung, die Tocarczuk beschrieben hat, werde ich nie vergessen. Für mich ist das eine Kunst, die nicht viele Autorinnen beherrschen, aber auch mit „Empusion“ hat mich Olga Tocarczuk wieder mitreissen können: Nach Görbersdorf in ein Kurhaus für Tuberkulosepatienten, wo wir als Lesende Mieczyslaw Wojnicz begleiten, der gleich an seinem Ankunftstag einen Suizid miterleben muss. Es folgen weitere mysteriöse Todesfälle und Mieczyslaw fühlt sich nicht mehr wohl in seiner Haut - wenn da nur nicht auch noch sein ganz persönliches Geheimnis wäre… Tocarczuks Bücher sind sicher nicht für jede/n, aber wer sich mal auf einen unkonventionellen Schreibstil, intelligente Dialoge und feministische Prosa einlassen will, soll diesen Roman unbedingt lesen!