Ein Sachbuch zur Evolution der Sprache. Keine trockene Vermittlung sondern sehr spannend aufgebaut, geschrieben. Durchaus auch mit Humor und vielen leicht nachvollziehbaren Beispielen.
Die deutsche Ausgabe ist keine 1:1 Übersetzung des Originalwerks. Guy Deutscher ist der deutschen Sprache nicht mächtig. Er und der Übersetzer haben sich intensiv mit der Aufgabe und den Zielen auseinandergesetzt, das Buch ins Deutsche zu übertragen. Das ist ausgezeichnet gelungen.
Von der Einleitung “Diese wunderbare Erfindung” über die Kapitel “Ein Luftschloss”, “Fortwährender Wandel”, “Die Kräfte der Zerstörung”, “Ein Riff aus toten Metaphern”, “Die Kräfte der Erschaffung”, “Das Verlangen nach Ordnung”, “Die Entfaltung” bis zum Epilog und den sechs Anhängen, die ihrerseits hundert Seiten mit Ergänzungen und eher theoretischem Inhalt bieten, sind auch die Anmerkungen zu den einzelnen Kapiteln wertvoll.
Es geht um die Entstehung der Sprache, einer sehr einfachen Sprache und wie sie sich möglicherweise entwickelt haben kann. Um Entstehung von grammatischen Regelmässigkeiten, um die Vereinfachung (z.B. Kürzung) von Begriffen, um den Wandel der Bedeutung, den man aktuell beispielsweise am Adjektiv “irr” nachvollziehen, welches mehr und mehr nicht mehr im ursprünglichen Sinn verwendet wird.
Als Beispiel aus einer Diskussion: “Das müssen sehr gute Freunde sein” (das Land, welches Bier, Autos etc. liefert". Antwort: “Ja, das müssen sie”. Hier wird die Bedeutung des Wortes “müssen” verschoben. Ein einfaches Beispiel, das die weitere Behandlung der Entwicklung von Nuancen einleitet.
Ein sehr lesenswertes, interessantes und auch unterhaltsames Werk.