Adrian Mole wohnt mit seinen Eltern in Leicester im englischen Norden, sieht sich als Intellektuellen, obwohl er aus einer Arbeiterfamilie stammt, er befindet sich in einem Alter, in dem er alles und alle zu hinterfragen beginnt, seine Eltern eingeschlossen. Er beginnt, Tagebuch zu schreiben, das auf der einen Seite unglaublich lustig zu lesen ist, auf der anderen Seite blitzt immer wieder Kritik an der damaligen Gesellschaft der “Margret Thatcher”-Aera auf. Adrian Mole ist bekennender Labour-Anhänger, steht allem Konservativen misstrauisch gegenüber und hat sonst noch viele Probleme, die ein Pubertierender so hat. Als dieses Buch 1982 zum ersten Mal den Weg in die Buchhandlungen fand, schnellte es auf schnellstem Wege in die Bestsellerlisten, da es offensichtlich einen Nerv getroffen hat. Es war eine wohltuende Mischung aus Jugendbuch und Zeitdokument der damaligen, fragwürdigen englischen Politik, die Bildung, Toleranz und Entspannung unterdrückte, Politiker, die sich an längst vergangene Zeiten des britischen Empires klammerten, obwohl genau diese Zeit längst schon das Zeitliche gesegnet hatte. Leider ist “Adrian Mole” nicht mehr auf deutsch erhältlich, aber ist im Original problemlos lesbar. Und wer Adrian Mole mochte, dem seien seine anderen Tagebücher wärmstens empfohlen…