Um es gleich vorwegzunehmen. Dieses Buch gehört zum Besten was ich je gelesen habe! Diese Geschichte widerspiegelt auf eindrückliche Art und Weise wie reisserischer, unqualifizierter Journalismus Menschen in den Ruin treiben kann. Den Geruch der ruchlosen Tat steht für sie im Fokus. Er bringt Aufmerksamkeit und Umsatz. Die Medien sind der neuzeitliche Pranger, schlimmer noch, der mittelalterliche Pranger war wenigstens örtlich begrenzt. Strafverfahren gegen bekannte oder erfolgreiche Persönlichkeiten werden besonders ausgeschlachtet. Der Spruch: «Die Öffentlichkeit hat ein Recht auf Information», ist in vielen Fällen eine Farce. Der Persönlichkeitsschutz der Beteiligten wird nicht selten mit Füssen getreten. Dies jedoch scheint in unserer sensationslüsternen Zeit kein Thema mehr zu sein.
Heidi Affolter-Eijsten beschreibt in diesem Buch einen Fall der sich so heute jederzeit abspielen könnte. Hat Dr. Linard tatsächlich ein Sexualdelikt begangen oder ist er gar unschuldig? Nur schon diese Frage rüttelt auf und lässt einem nicht mehr los. «Wo Rauch ist, ist Feuer». Die Presse stürzt sich genüsslich auf den Fall. Recherchiert, spekuliert, verdächtigt, sammelt Gerüchte und braut sich eine Story zusammen. Am Ende des Artikels folgt der juristische, aber lapidare Satz: «Es gilt die Unschuldsvermutung».