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Gustave Flaubert
Gustave Flauberts "Salambo - Karthagische Prinzessin" führt in das Karthago des 3. Jahrhunderts v. Chr., unmittelbar nach dem Ersten Punischen Krieg, und entfaltet vor dem Hintergrund des Söldneraufstands ein Drama aus Begehren, Gewalt, Religion und politischer Macht. Im Zentrum steht Salambo, Tochter Hamilkars, deren sakrale Aura und Begegnung mit dem libyschen Anführer Matho die private Leidenschaft unlösbar mit dem Schicksal des Staates verbinden. Flauberts Stil ist von archäologischer Genauigkeit, farbgesättigter Sinnlichkeit und strenger Komposition geprägt; der Roman steht zwischen historischem Epos, orientalistischer Imagination und realistischer Detailkunst. Flaubert, 1821 in Rouen geboren, suchte nach "Madame Bovary" bewusst ein fernes Sujet, um der zeitgenössischen bürgerlichen Welt zu entkommen und zugleich seine ästhetische Theorie der unpersönlichen, präzisen Prosa zu erproben. Intensive Quellenstudien, Reisen nach Nordafrika und sein Interesse an Religion, Körperlichkeit und Macht liessen ihn Karthago als Projektionsraum einer untergegangenen, fremden Zivilisation gestalten. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die historische Romane nicht als blosse Rekonstruktion, sondern als sprachlich anspruchsvolle Erforschung von Kultur, Mythos und Grausamkeit verstehen. "Salambo" ist ein forderndes, suggestives Werk, dessen Bilder lange nachwirken.
Romane & Erzählungen
E-artnow
Deutsch
180
9788027349395
978-80-273-4939-5