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Nikolai Wassiljewitsch Gogol
Nikolai Gogols "Die toten Seelen" ist ein satirischer Roman von enzyklopädischer Weite, der die russische Provinz des frühen 19. Jahrhunderts in grotesker Schärfe ausleuchtet. Im Zentrum steht Pawel Iwanowitsch Tschitschikow, der verstorbene, aber amtlich noch registrierte Leibeigene erwirbt, um daraus gesellschaftliches Kapital zu schlagen. Gogols Stil verbindet realistische Milieubeobachtung, komische Übertreibung und beinahe dämonische Symbolik; so entsteht ein Schlüsselwerk zwischen Romantik, Frührealismus und moralischer Allegorie. Gogol, 1809 in der Ukraine geboren und später in St. Petersburg literarisch berühmt geworden, kannte die Spannungen des zaristischen Reiches, die Bürokratie, den sozialen Ehrgeiz und die geistige Leere seiner Zeit aus unmittelbarer Erfahrung. Sein Blick auf Russland war zugleich liebevoll, religiös beunruhigt und unerbittlich kritisch. "Die toten Seelen" entspringt diesem widersprüchlichen Bewusstsein: dem Wunsch, die Krankheit einer Gesellschaft sichtbar zu machen, ohne ihre metaphysische Dimension zu verleugnen. Dieses Buch sei allen empfohlen, die Weltliteratur nicht als Museum, sondern als lebendige Diagnose menschlicher Schwächen lesen möchten. Gogols Meisterwerk ist komisch, abgründig und erstaunlich modern; es zeigt, wie Besitz, Rang und Sprache selbst zu Masken werden.
Romane & Erzählungen
E-artnow
Deutsch
232
9788027349166
978-80-273-4916-6