Eigentlich kann man über Ludwig nur den Kopf schütteln. Wer macht denn sowas - oder eben nicht? Mit seiner Unentschlossenheit, seinem Hang zum Mitläufertum manövriert er sich glorreich in ein fanatisches Spektakel.
Anfangs in einem noch eher gemütlichen Tempo nimmt das Buch mit der Zeit immer mehr an Fahrt auf, bis es Schlag auf Schlag dem Ende entgegensteuert.
Den Schreibstil würde ich als gewöhnlich deklarieren. Nicht ausgefallen oder besonders raffiniert, aber alles in allem flüssig zu lesen. Aufgefallen ist mir unter anderem Ludwigs Faszination für den Wilden Westen und Revolverhelden. Zu Beginn noch hie und da kurz dazwischen gestreut, nehmen die Tagträumereien immer mehr zu, um schliesslich im Epilog ihr eigenes Finale zu finden - ein genialer Streich, meiner Meinung nach.
Alles in allem ein solides Buch mit aktueller Thematik, liebenswerten und weniger liebenswerten, ver(w)irrten und entschlossenen Charakteren.