Leider konnte mich Love Is an Open Book insgesamt nicht wirklich begeistern. Dabei hatte das Buch durchaus einige Punkte, die mir gefallen haben.
Der Schreibstil ist angenehm, flüssig und leicht zu lesen. Auch die Grundidee der Geschichte fand ich interessant, besonders die Art, wie Mia und Gavin sich kennengelernt haben und wie ihre Beziehung zueinander entstanden ist. Gerade zu Beginn wird eine schöne Spannung aufgebaut, die meiner Meinung nach sehr gut zur Geschichte passt.
Love Is an Open Book war ausserdem mein erstes Friends-to-Lovers-Buch. Deshalb war ich besonders gespannt auf die Entwicklung zwischen Mia und Gavin. Leider konnte ich die romantischen Gefühle zwischen den beiden nicht wirklich spüren. Mir hat dieses Kribbeln gefehlt, bei dem man als Leser merkt, dass zwischen zwei Personen wirklich etwas Besonderes entsteht. Gerade bei einem Friends-to-Lovers-Roman hätte ich mir gewünscht, die Entwicklung von Freundschaft zu Liebe emotional stärker mitzuerleben. Für mich hat sich die Beziehung der beiden deshalb leider nicht so intensiv angefühlt, wie ich es erwartet hatte.
Leider hatte ich ungefähr ab der Mitte immer mehr das Gefühl, dass die Geschichte künstlich in die Länge gezogen wird. Es passiert zwar einiges, aber vieles davon fühlte sich für mich nicht wirklich relevant für die Handlung an. Teilweise wurden neue Dinge eingebaut, bei denen ich mich gefragt habe, was das jetzt eigentlich zur Geschichte beitragen soll. Dadurch entstand für mich irgendwann einfach ein ewiges Hin und Her, ohne dass die Handlung wirklich vorankam. Die Spannung war für mich dadurch irgendwann komplett weg und ich hätte das Buch nach dem zweiten Teil am liebsten abgebrochen.
Besonders schwierig war für mich Mia. Am Anfang fand ich sie noch sympathisch, aber je weiter die Geschichte voranschritt, desto weniger konnte ich ihr Verhalten nachvollziehen. Sie wirkte auf mich teilweise nicht wie eine erwachsene Frau, sondern eher wie ein Teenager. Sie zweifelt ständig an allem, macht sich unglaublich viele Gedanken und steht sich dadurch immer wieder selbst im Weg. Ich verstehe, dass ihre Vergangenheit und ihre Verletzungen Einfluss auf ihr Verhalten haben, aber irgendwann wurde mir dieses ständige Zweifeln und Zurückziehen einfach zu viel.
Gavin dagegen mochte ich wirklich gerne. Er war für mich deutlich reifer als Mia. Besonders gut fand ich, dass er ehrlich mit sich selbst und seinen Gefühlen war und auch dazu stand. Egal, wie sehr er verletzt wurde, hat er nicht ständig versucht, seine Gefühle zu verdrängen oder alles zu zerdenken. Dadurch wirkte er auf mich viel erwachsener und auch sympathischer als Mia.
Die Idee, verschiedene Romance-Tropes in die Geschichte einzubauen, fand ich grundsätzlich interessant und passend zum Konzept des Buches. Allerdings hatte ich irgendwann das Gefühl, dass dadurch eher versucht wurde, die Geschichte in die Länge zu ziehen, anstatt sie wirklich voranzubringen.
Insgesamt hatte das Buch für mich eine gute Grundidee, einen angenehmen Schreibstil und mit Gavin einen Charakter, den ich wirklich mochte. Trotzdem hat mich die Geschichte leider kaum begeistert. Das viele Hin und Her, die fehlende Spannung in der Mitte und Mias Verhalten haben dazu geführt, dass sich das Buch für mich sehr gezogen hat. Ich habe es zwar beendet, aber ehrlich gesagt war ich mehrmals kurz davor, es abzubrechen.