Das Buch entführt den Leser in das Jahr 3517 auf der Erde. Die Erde ist überflutet und verseucht, die Menschen leben auf kleinen stählernen Inselkolossen. Geherrscht wird durch Monarchie und Diktatur. Ein selbsternannter Adel lebt in Saus und Braus und mit technischen Errungenschaften, während das restliche Volk als Arbeiter ihr Dasein fristet. Durch die enormen Umweltkatastrophen und der extremen Ausnutzung aller Ressourcen ist es um den technischen Fortschritt schlecht bestellt. In diesem Buch wird eine Zukunft offenbart, die man so wohl noch nie im Blick hatte - ich fand das sehr erfrischend.
Die Hauptcharaktere stammen aus dem Adel und aus dem Arbeitervolk. Geht man zuerst noch davon aus, dass es sich um eine Liebesgeschichte um ein verwöhntes Prinzchen und einen aufmüpfigen Sklaven handelt, wird man schnell eines Besseren belehrt. Die Tiefe und die Charakterentwicklungen sind jederzeit greifbar. Als Leser löst man sich von seiner eigenen Weltanschauung und entdeckt eine (fiktionale) Realität des Hauptcharakters, die die Autorin wunderbar umgesetzt hat.
Man leidet mit, man hofft, versteht und erkennt, man fiebert einem Ziel entgegen, wird nochmals erschüttert und schliesst das Buch mit einem ‘Wow’. Mir hat es unglaublich gut gefallen, auch weil es mich extrem überrascht hat. Keine Weltraumprojekte, keine Aliens, kein Beamen oder sonstige Weltallklischees. Das Weltall wird nicht einmal erwähnt. Die Science-Fiction in diesem Buch bezieht sich nur auf unsere Welt - und man kann sich durchaus vorstellen, dass es eines Tages so sein könnte. Grausam aber immer noch menschlich.