Mit ihrem Roman «Mit anderen Augen» greift Jane Tara ein hochaktuelles, ebenso spannendes wie erschreckendes Thema auf: die gesellschaftliche Unsichtbarkeit von Frauen ab der Lebensmitte.
Was zunächst wie ein Science-Fiction-Szenario klingt, entpuppt sich als eine der originellsten, witzigsten und berührendsten Gesellschaftssatiren der letzten Jahre. Während alternde Männer oft als «weise» und «reif» gelten, werden Frauen ab einem gewissen Alter medial, beruflich und sozial regelrecht übersehen. Diese Metapher treibt die Autorin brillant auf die Spitze.
In der Figur der 52-jährigen Tilda Finch wird das Gefühl, zu verblassen und für die Welt unsichtbar zu werden, zur absurden Realität. Sie leidet an einer seltenen Krankheit, die fast nur Frauen in den Wechseljahren betrifft: der physischen Unsichtbarkeit. Zuerst verschwindet ein Finger, dann die Nase, dann …
«Mit anderen Augen» ist ein Wohlfühlbuch mit Tiefgang. Durch spritzige, herrlich absurde und lebensfrohe Dialoge übt Jane Tara Kritik an einer Gesellschaft, die den Wert einer Frau allzu oft an ihrer Jugend misst. Ein mutmachendes Buch, das das dringende Bedürfnis weckt, das eigene Leben mit Stolz und erhobenem Haupt zu leben und feiern