In Mit anderen Augen erzählt Jane Tara von Tilda, die plötzlich feststellt, dass sie allmählich an Unsichtbarkeit erkrankt und von ihrer Umgebung immer weniger wahrgenommen wird. Diese Krankheit betrifft vor allem ältere Frauen, was auf gesellschaftskritische Weise verdeutlicht, wie schnell Frauen im Alltag übersehen werden. Als Leserin begleitet man Tilda dabei, wie sie unterschiedliche Heilmethoden ausprobiert und lernt, der Unsichtbarkeit auch durch Veränderungen in ihrem eigenen Leben entgegenzuwirken.
Im Zentrum des Buches stehen dabei nicht nur das Älterwerden und die Unsichtbarkeit von Frauen, sondern auch Frauenfreundschaften und die Frage, wie man das Leben bewusster geniessen kann.
Die Geschichte ist spannend, gefühlvoll und regt zum Nachdenken an. Sie zeigt, dass jeder Mensch seine eigene Geschichte hat und dass es wichtig ist, andere nicht zu schnell zu beurteilen.
Die Figuren sind gut beschrieben und wirken sehr echt. Dadurch konnte ich mich gut in ihre Gefühle und Erlebnisse hineinversetzen. Der Schreibstil ist leicht verständlich und flüssig, sodass sich das Buch angenehm lesen lässt.
Ich kann Mit anderen Augen allen empfehlen, die emotionale und spannende Bücher mit einer wichtigen Botschaft lesen möchten.