Mit „Nebelbeute“ liefert Benjamin Cors den dritten Fall der Gruppe 4. Dieses Mal mit einem klaren Fokus auf Mila Weiss und ihre Vergangenheit.
Ich finde es spannend, dass ein einzelnes Mitglied der Ermittlergruppe mehr Raum erhält. Dadurch lernt man Mila deutlich besser kennen und versteht endlich, warum sie zu der Person geworden ist, die sie heute ist. Diese persönliche Ebene verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe und macht sie zu einer besonders interessanten Hauptfigur.
Gleichzeitig hat dieser Fokus aber auch zur Folge, dass die übrigen Mitglieder der Gruppe etwas in den Hintergrund rücken. Das hat mich während des Lesens nicht gestört, dennoch hoffe ich, dass in einer möglichen Fortsetzung wieder das gesamte Team stärker gemeinsam ermittelt gerade das Zusammenspiel der Gruppe macht für mich einen grossen Reiz der Reihe aus.
Die Atmosphäre mit dem abgelegenen Bergdorf, den dichten Wäldern und dem allgegenwärtigen Nebel ist gelungen und sorgt für eine düstere Stimmung. Auch die Spannung bleibt über weite Strecken konstant hoch und der Fall ist fesselnd erzählt.
Für die volle Punktzahl hat mir allerdings der grosse Überraschungs- oder “Wow”-Moment gefehlt. Es ist ein sehr guter Thriller, der mich bestens unterhalten hat, aber im Vergleich zu den stärksten Vertretern des Genres fehlte mir am Ende noch das gewisse Etwas.
Insgesamt ist „Nebelbeute“ ein gelungener dritter Band, der vor allem durch die intensive Auseinandersetzung mit Mila Weiss überzeugt. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall der Gruppe 4.