Mit „Im Morgengrauen“ liefert Marc Raabe den vierten Band der Art-Mayer-Reihe und für mich ist es gleichzeitig einer der stärksten der gesamten Serie.
Die Geschichte startet mit einer hochaktuellen und brisanten Ausgangslage: Virale Videos einer jungen Frau mit einem markanten Eulen-Tattoo belasten den Bundeskanzler schwer. Als dieser plötzlich verschwindet und wenig später eine entstellte Frauenleiche gefunden wird, überschlagen sich die Ereignisse. Art Mayer und Nele Tschaikowski geraten in einen Fall voller politischer Intrigen, persönlicher Verstrickungen und unerwarteter Wendungen.
Marc Raabe versteht es erneut hervorragend, Spannung, klassische Ermittlungsarbeit und ein hohes Erzähltempo miteinander zu verbinden. Die Handlung bleibt bis zum Schluss packend und überrascht immer wieder mit neuen Entwicklungen.
Wichtig ist allerdings zu erwähnen, dass es sich um den vierten Band einer Reihe handelt. Zwar lässt sich die Haupthandlung grundsätzlich verfolgen, doch viele emotionale Momente, Rückblicke und Anspielungen entfalten ihre volle Wirkung nur, wenn man die vorherigen Bände kennt. Ich würde daher empfehlen, die Reihe unbedingt in der richtigen Reihenfolge zu lesen.
Für mich ist „Im Morgengrauen“ ein rundum gelungener Thriller, der mit Spannung, starken Figuren und einer fesselnden Geschichte überzeugt. Eine klare Leseempfehlung für alle, die die Reihe bereits kennen und für Neueinsteiger mit dem Hinweis, zuerst die Vorgänger zu lesen.