Wenn ich bei einem guten Krimi oder Thriller in die Endphase des Buches und dann zum Ende komme, verspüre ich immer gnadenlose Spannung, manchmal ein bisschen Ekel und Verzweiflung und dann diese unbeschreibliche Erleichterung.
Bei diesem Buch habe ich auch diese drei Dinge verspürt. Aber die Erleichterung nicht mal so richtig. Dafür habe ich gegrinst und gedacht: Das kann ja noch heiter werden! Gute Güte schon alleine wegen diesem anderen Gefühl, wird es sich lohnen, die nachfolgenden Teile zu lesen, sollte es welche geben. Ich habe echt noch nie gegrinst, als ich einen Thriller oder Krimi beendet habe.
Zu den anderen drei Vierteln des Buches. Die sind solide. Mehrere Sichtweisen. Manchmal liest man typische Krimi/Thriller- Konstellationen. Polizist*innen mit Seelenknicks und harter Vergangenheit oder harter Gegenwart. Einen Täter, der genauso geschliffen wurde und deswegen jetzt tötet. Zwischendurch hatte ich gedacht, dass es eher ein harter Krimi ist, als wirklich ein Thriller, aber dieser Gedanke wurde gegen Ende des Buches wieder aufgehoben.
Die Polizeiarbeit nimmt großen Raum ein, wird manchmal sehr deutlich beschrieben. Im Allgemeinen haben wir gut, bis sehr gut beschriebene Figuren und Orte, deswegen konnte man sich Island sehr gut vorstellen und es hatte Spaß gemacht dazwischen etwas von den isländischen Eigenheiten und der Gesellschaft zu lesen. Das Manko aus meiner Sicht, dass zwei drei überspitzte unlogische Szene dabei waren, andere Szenen im Nichts verschwunden sind und an gewissen Stellen des Buches hätte ich doch gerne etwas längere Ausführungen gelesen, oder noch einmal den Auftritt einer Figur gewünscht.