Grappa, Band 1: Die Bierstädter Journalistin Maria Grappa ist mit Leib und Seele Verfechterin der Wahrheit. Diese präsentiert sie auch schnörkellos im Lokalradio, sehr zum Missfallen ihres Chefs. Anstatt brav über irgendwelche Nichtigkeiten des Ortes zu berichten, recherchiert sie den ungeklärten Todesfall von Richie Mansfeld, der als Gigolo gearbeitet hat. Dabei lernt sie den Gastronomen Michael Muradt kennen und teilt nicht nur den Tisch, sondern auch bald das Bett mit ihm. Doch sagt er ihr die Wahrheit?
Erster Eindruck: Das Cover entspricht gestalterisch so gar nicht meinem Geschmack.
Meine Buchausgabe ist von 2013, doch die Erstveröffentlichung des Buches war nochmals 20 Jahre früher. Dies nur als Hintergrundinformation, da noch von D-Mark die Rede ist. Einleitend gibt es ein Personenregister, was ich immer als hilfreich erachte.
Der Einstieg in die Geschichte war ziemlich brutal – also nix mit cozy crime. Die bildliche Vorstellung des Gelesenen… da schüttelt es mich jetzt noch.
Maria Grappa ist bissig, definitiv nicht auf den Mund gefallen – was für eine Journalistin eh ungünstig wäre –, stets an der Wahrheit interessiert, und liebenswert. Michael Muradt macht bei Maria einen blendenden Eindruck: Sie ist völlig hin und weg von ihm! Der Mann sieht gut aus, weiss sich zu benehmen, ist erfolgreich, hat einen charmanten Sprachfehler, und er will sie. Sehr gut! Er kann ihr sicherlich bei ihren Ermittlungen helfen. Oder doch nicht? Sie neigt übrigens ganz und gar nicht zur Eifersucht – überhaupt nicht. Sie „brannte vor Eifersucht“! Ihre Tendenz zur Melodramatik war sehr amüsant.
Politik, Prostitution, Erpressung, Mord und Totschlag sind einige der behandelten Stichworte im fiktiven Bierstadt.
Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. War der Krimi spannend? Nicht wirklich. Glänzte die Hauptdarstellerin durch ihr ermittlerisches Geschick? Oh nein. Sie verglich ihr Handeln zuweilen mit den Ermittlerinnen aus TV-Krimiserien, merkte aber selbst, dass es da sehr grosse Unterschiede gab. Aber war die Geschichte denn unterhaltsam? Und ob! Von mir gibt es 4 Sterne und ich bin gespannt auf die Fortsetzung.