Kaum vorstellbar, wie chaotisch die Familie Flynn lebt: Vater und Mutter in ewigem Streit in pseudo-offener Ehe, die drei Töchter jede auf ihre Art sehr sehr speziell - leben sie in einer heruntergekommenen Bruchbude zwischen überfüllten Aschenbechern und verschimmeltem Bad. Und dann ist da der unnahbare Milliardär mit seiner pompösen Villa, seinem verschwörerischen Gehabe und den mysteriös-kultigen Männerorgien, dem der Hafen gehört und damit die ganze Kleinstadt. Bud als von den Teenies überforderter Vater, kaltgestellter Ehemann und seriöser Buchhalter entdeckt Unstimmigkeiten, wird aber vom Chef mit Geld zum Schweigen verdammt. Die fromme Kirchentante, der obskure Pastor, der Ex-Soldat - es geht drunter und drüber, und es kommt, wie es kommen muss, irgendwann fliegt alles auf, auseinander und wieder zusammen.
Die humoristisch-satirische Anti-Idylle, unkonventionell, absurd, direkt und ein wenig gewöhnungsbedürftig, ist erheiternd zu lesen, ein Plädoyer für mutige Toleranz und bodenlose Ehrlichkeit.
«Und – hörte er richtig? – sie lachten. Sie stritten sich nicht, starrten nicht auf ihre Handys oder schwiegen verbissen. Sie lachten und assen und malten mit stumpfen Buntstiften auf die Papiertischdecke».