Es ist gefühlte Ewigkeiten her, seit ich zuletzt was von J.R. Ward gelesen habe, auch weil ich doch nicht mehr so oft zu Paranormalen Büchern greife, wie auch schon (ich habe wohl ein stückweit auch einfach genug Vampirbücher für eine Weile gelesen, auch wenn ich denke, dass ich früher oder später wieder darauf zurückgreifen werde), aber ich war daher auch neugierig darauf, mal etwas von ihr in einem anderen Genrebereich zu lesen.
Die Idee klang vom Klappentext her etwas vage, aber auch vielversprechend. Die Umsetzung aber war dann leider nicht die Beste. Der grösste Verlust liegt darin, dass die Protagonisten eigentlich nicht wirklich ein Ziel haben.
Sorrel ist zu Beginn nicht wirklich damit einverstanden, ihre Mission anzunehmen und sie möchte einfach nur das Dorf verlassen, weshalb es erst mal wirklich lange Zeit das Einzige ist, was sie tun: Sie laufen. Sehr lange und sehr viel. Sie haben unterwegs einige Abenteuer, aber es sind Abenteuer für Unterwegs und nicht Hindernisse, die sie näher an das Ziel bringen, was vieles davon einfach nur zum Seitenfüller macht. Man hätte sehr viel streichen können, um an den gleichen Punkt zu erreichen, besonders weil am Ende so viel hereingepresst wird.
Das Schlimmste ist wohl, dass dieser ganze Weg, den sie gemacht haben, als sehr einfache Rückreise beschrieben wurde, die mit einem kleinen Umweg ohne Probleme verlaufen ist. Warum sind sie dann nicht direkt diesen Weg gegangen, besonders wenn sie damals noch kein Ziel hatten? Klar ist es nett für den Weltenaufbau, mehr davon zu sehen und ich spüre auch, dass man sich dort Mühe gab, aber ohne Ziel, hat es nicht viel Sinn. Wenn sich der gesamte Weg so leicht machen lässt, fühlt sich die Reise einfach nicht wirklich aussagend an.
Auch die Beziehung selbst ist eher schwach. Erst mal bin ich dankbar, dass Merc offen darüber ist, was er will, aber dass sich die ganze Sache aus einem Missverständnis aufgebaut ist, welches Sorrel irgendwie nie einfach aufklärt, ist auch eher nervig. Die Dynamik fehlt dort leider auch ein stückweit.
Die Beschreibungen sind an manchen Stellen auch eher schwach. Vieles musste man sich zusammenreimen, aber offiziell wird es nicht erklärt. Besonders die Beschreibung des Magiebildes der Leute und die Sache mit dem Pockenumhang kann man sich zusammenreimen (dass dieser Umhang einfach wohl die beste Art war, sie irgendwie von der Gesellschaft auszuscheiden, ohne den direkten Grund zu nennen), aber die Umstände, warum es überhaupt so etwas wie einen Pockenumhang gibt, wird ausgelassen. Es klingt nach einer verheerenden Krankheit, die aber nie auch nur einmal offiziell erwähnt wird. Gleiches mit der Magie. Man weiss, dass sie verboten ist, aber zählt das für alle Magie (falls es überhaupt verschiedene Arten davon gibt, was ja auch nicht erwähnt wurde) und warum wird sie so gehasst?
Das Ende konnte noch einiges retten. Dort wird es nochmals spannend, aber allein die Tatsache, dass dafür der kleinste Teil der Zeit genutzt wird, konnte mich nicht davon überzeugen, den nächsten Band auch lesen zu wollen. Es klingt zwar so, als könnte dieser noch um einiges besser werden mit diesen neuen Ideen, aber mich hat es leider schon verloren.
Ideen sind da und auch wenn die einzelnen Abenteuer noch interessant sind, so führen sie zu nichts, was sie eher sinnlos wirken lässt. Man muss sich wohl am ehesten selbst davon ein Bild machen, aber mich konnte es leider nicht überzeugen, weshalb es drei Sterne von mir gibt.