Der Hauptprotagonist heisst August Mormann und man darf annehmen, dass es nicht nur die Initialien sind, welche der Autor diesem 80 jährigen Mann leiht.
August Mormann ist ehemaliger Gymnasialprofessor mit einer Leidenschaft für alte Sprachen und für das Schreiben.
Seine viel jüngere, dritte Frau hat den Wunsch, einmal am gleichen Ort bestattet zu werden, wie ihr Mann. So machen sie sich auf, um die Stelle zu suchen, die für sie beiden stimmig ist. Auf dem Friedhof gehen sie auch an Gräbern vorbei von Persönlichkeiten und sehr nah bei seinem eigenen künftigen Grabplatz sieht er das Grab eines ehemaligen Kollegen aus der Schulzeit.
Mormann lässt einen an seinen Erinnerungen teilhaben, daran, wie er zum Schreiben und zur Liebe zu Sprachen, insbesondere der alten Sprachen kam. Er rollt sein Leben nicht chronologisch auf, sondern in Bruchstücken. Was wichtig war in seinem Leben, das war ihm dienlich war, Verletzungen, Lieben – vor allem jene zwischen seiner viel jüngeren Frau und ihm, Freunde sind auf eine sehr eigene und doch berührende Weise erzählt. Oft hatte ich mich in eine frühere Zeit versetzt gefühlt, wenn da nicht auch Politisches zur Sprache gekommen wäre, wie die Covid-Pandemie und der Ukraine-Krieg und immer wieder ein Gerät, das es zu der Zeit, die ich fühlte, nicht passte.
Es war keine einfache Lektüre. Einige Abschnitte haben vergleichsweise viel Raum für eine – aus meiner Sicht - Nebensächlichkeit eingenommen und es hat wenig Handlung. Ich kann die Haltung, es sei ein sehr persönliches Buch nachvollziehen und möchte gerne gelegentlich mehr von diesem Schweizer Autor erfahren.